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             Freundes- und Förderkreise in Bibliotheken
 
Geschichte der Freundeskreise | Aktuelle Situation | Dachverband für Freundeskreise | Bedeutung von Freundeskreisen | Arten von Unterstützung | Weg zur Gründung | Voraussetzungen für gute Zusammenarbeit | Beispiele in Deutschland | Beispiele international | Fazit

Hat ihre Bibliothek schon einen Freundeskreis? Wenn nicht, dann ist es höchste Zeit einen zu gründen! In diesem Aufsatz erhalten Sie Hinweise, warum ein Freundeskreis für ihre Bibliothek hilfreich ist. Er kann sowohl "Hilfsmotor" als auch "Rettungsanker" für ihre Einrichtung sein.
Dieser Artikel soll Sie auf dem Weg zur Gründung eines Fördervereins unterstützen.



1. Geschichte der Freundeskreise

Die Idee von Fördergesellschaften für Bibliotheken ist nicht neu. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden schon vereinzelt Fördervereine gegründet, wie z.B. der Förderverein zur Unterstützung der Stadtbibliothek Köln 1893, der Stadtbibliothek Wuppertal 1903 und der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart 1945. Im Jahr 1986 gab es insgesamt 45 Freundeskreise - diese Zahl hat sich bis heute etwa vervierfacht. Ein Boom an Förderkreisgründungen entstand in den 90er Jahren nicht nur durch die Wiedervereinigung Deutschlands, sondern vor allem durch die zunehmenden Kürzungen und Einsparungen in den öffentlichen Haushalten und deren Auswirkungen auf viele Bibliotheken. Als Konsequenzen haben viele Bibliotheken eingesehen, dass sie durch die Unterstützung von Freunden die Öffentlichkeit besser erreichen können.
 


2. Aktuelle Situation

Zurzeit (Juni 2005) gibt es ca. 200 Freundeskreise für wissenschaftliche und Öffentliche Bibliotheken in Deutschland. Der DBV hat 191 Freundeskreise erfasst; davon engagieren sich 32 für Stadtteilbüchereien. Die Freundeskreise haben unterschiedliche Namen. Sie nennen sich z.B. Freunde und Förderer der XY Bibliothek, Freundeskreis, Freundesgesellschaft, Förderverein, ProLibri(s), LesArt, Literarische Gesellschaft, Literaturclub, Literaturverein, "Lesen und Lesen lassen", "Bücher & Co". Eine Liste der Fördervereine, Informationen und Ansprechpartner findet man unter www.bibliotheksverband.de unter Partner / Freunde. Alle Freundeskreise verfolgen dasselbe Ziel: Sie wollen eine oder mehrere Bibliotheken ideell, finanziell und / oder tatkräftig unterstützen.
 


3. Dachverband für Freundeskreise

Auf der Mitgliederversammlung des DBV am 16.März 2005 in Düsseldorf wurde beschlossen, dass Förderkreise durch die "Konferenz der Freundeskreise im DBV" einen festen Platz im Verband erhalten sollen. Mitglieder der Konferenz erhalten folgende Leistungen: Der jährliche Mitgliedsbeitrag wird 60 Euro betragen. Dieser neue Dachverband für Freundeskreise, der eine Art Sektionsstatus erhält, befindet sich noch in der Planung. Wenn alle Freundeskreise informiert sind, kann die Arbeit vielleicht schon Ende 2005 beginnen.
 

4. Bedeutung von Freundeskreisen

Freundeskreise sind Mittler zwischen der Bibliothek und deren Kunden. Sie machen der Öffentlichkeit deutlich, dass die Kommune eine Bibliothek und die Bibliothek Unterstützer braucht. Zusätzliche finanzielle Mittel, die der Förderverein der Bibliothek zur Verfügung stellt, ermöglichen kleinere Anschaffungen. Freundeskreise sichern gute Bibliotheksarbeit bzw. Arbeitsplätze, indem sie versuchen zu verhindern, dass Personal gekürzt und Bibliotheken geschlossen werden. Fördervereine von Bibliotheken dienen der Kulturförderung im weitesten Sinne, z.B. durch die Finanzierung von Lesungen und Unterstützung von Lesepaten.
 


5. Arten von Unterstützung

Man kann die Unterstützungen, die ein Freundeskreis für die Bibliothek leisten kann, in drei Bereiche einteilen. So kann zwischen ideeller Unterstützung, materieller bzw. finanzieller Unterstützung und aktiver Unterstützung unterschieden werden. Eine Einteilung, besonders bei der ideellen Unterstützung, ist zwar grundsätzlich schwierig, wird hier aber dennoch versucht.

5.1 Ideelle Unterstützung

Hier geht es vor allem darum, dass der Freundeskreis Öffentlichkeitsarbeit für die zu fördernde Bibliothek betreibt. So kann sie zum Beispiel:

5.2 Materielle / Finanzielle Unterstützung

Bei der materiellen bzw. finanziellen Unterstützung können alle möglichen Einrichtungsgegenstände, die eine Bibliothek für das tägliche Geschäft benötigt, angeschafft bzw. finanziert werden. Einige Beispiele:

5.3 Aktive Unterstützung

Hierbei steht vor allem die aktive Beteiligung der Mitglieder eines Freundeskreises oder Fördervereins im Vordergrund. So können sie bei der Organisation und Durchführen von: Weitere Möglichkeiten wären:


6. Weg zur Gründung

Um einen Freundeskreis oder einen Förderverein gründen zu können, muss eine Bibliothek auf verschiedene Punkte achten. Dabei sind nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen wichtig, auch wann man am besten einen unterstützenden Verein gründen sollte, wen man denn ansprechen sollte und vor allem wie man Menschen findet, die sich für die Bibliothek einsetzen wollen.

6.1 Der "richtige" Zeitpunkt

Die Frage nach dem "wann" zu stellen ist eigentlich überflüssig, denn jede Bibliothek braucht - besonders in der gegenwärtigen Situation der Bibliotheken - einen Förderverein. Wenn sie noch keinen Freundeskreis hat, sollte sie so schnell wie möglich einen ins Leben rufen. Am Besten jetzt sofort! Ist eine Bibliothek schon akut von Einschnitten bzw. im schlimmsten Fall von der Schließung bedroht, ist es unter Umständen zu spät einen Förderverein zu gründen, wenn nicht sogar schon zu spät überhaupt jemanden zu finden. Denn es möchte sich niemand "umsonst" für eine Einrichtung einsetzen, die höchstwahrscheinlich in naher Zukunft sowieso geschlossen wird.

6.2 Die "richtigen" Freunde

Wenn man potentielle Gründer oder Mitglieder für einen Freundeskreis sucht, sollte man natürlich darauf achten, dass diese einen gewissen Bezug zur Bibliothek haben, wie zum Beispiel Kenner und Freunde der Literatur, gebildete Menschen, die sich beruflich für Bildung und Kultur engagieren oder einfach aktive Benutzer der Einrichtung. Von Vorteil wäre es auch, wenn man hohe Persönlichkeiten aus den Bereichen Industrie, Wirtschaft, Handel oder aus der Verwaltung für sich gewinnen kann, da diese leichter die Möglichkeiten haben finanzielle Mittel aufzubringen. Auch Politiker aus der Kommune sind keine schlechten Mitglieder für den zukünftigen Verein, da sie die Belange oder Probleme einer Bibliothek am besten in die Öffentlichkeit bzw. in den Stadtrat bringen können. Dabei ist die Parteizugehörigkeit im Endeffekt nebensächlich.

6.3 Anwerbung von Freunden

Zuerst sollte man sich nochmals darüber klar werden, wie viel Zeit man für die Anwerbung von Freunden einkalkulieren muss und wie viel Zeit man auch nach der Gründung eines Fördervereins für die Betreuung der Mitglieder aufwenden möchte. Dann sollte man sich langsam nach Unterstützern umschauen. Der beste Ort dafür ist natürlich die eigene Bibliothek. Dabei sollte man nicht davor zurückschrecken Benutzer persönlich anzusprechen und zu ermuntern einen Freundeskreis zu gründen. Dies sollte man allerdings nicht willkürlich tun, sonst fühlen sich diese Personen zu schnell bedrängt. Geeignet sind Menschen, die die Bibliothek häufig aufsuchen oder schon mal ihre Hilfe angeboten haben. Hilfreich sind auch Faltblätter, die man in der Bibliothek und anderen öffentlichen Einrichtungen auslegt oder auch Zeitungsannoncen in der Lokalpresse. So werden unter Umständen auch engagierte Mitbürger auf die Einrichtung aufmerksam gemacht, die vielleicht die Bibliothek nicht so oft benutzen oder bei denen man es vorher nicht gedacht hätte. Von Telefonwerbeaktionen ist eher abzuraten, da sich die Angerufenen meist gestört, wenn nicht sogar belästigt fühlen.

6.4 Rechtliche Rahmenbedingungen

Als erstes ist mit der kommunalen Verwaltung abzuklären, ob die Bibliothek überhaupt einen fördernden Verein gründen darf. Dann ist zu beachten, dass ein Förderverein oder Freundeskreis privatrechtliche Körperschaften im Sinne des Vereinsrechts des BGB sind, die in ihrer Rechtsform, Organisation und Verfassung anderer Vereine entsprechen. Deshalb ist es auch nötig, dass mindestens sieben Personen diesen Verein gründen. Man sollte sich auch beim Finanzamt informieren, ob der zu gründende Verein auch der Gemeinnützigkeit entspricht. Denn auch dies ist eine Voraussetzung, um ein Verein gründen zu können. Auskunft über die formalen Kriterien für den Eintrag ins Vereinsregister gibt das Amtsgericht. Ist das alles geklärt, muss eine Satzung entworfen werden und diese in der Gründungsversammlung vorgestellt werden. Satzungen von Freundeskreisen kann man auf den jeweiligen Homepages der Vereine einsehen. Nähere Informationen zu der Rechtsform Verein finden Sie unter "Veränderung der Rechtsform" Kapitel 6.3.
 


7. Voraussetzungen für gute Zusammenarbeit

Die Förderer sollten ihre Arbeit stets mit der Bibliotheksleitung abstimmen, um Missverständnisse zu vermeiden. Damit die Ideen und Ziele des Freundeskreises mit dem Leitbild der Bibliothek übereinstimmen, muss der Bibliotheksleiter Mitglied im Vorstand des Freundeskreises sein. Er sollte auch darauf achten, dass die Freunde und Bibliotheksmitarbeiter über die jeweiligen Aufgaben, Projekte usw. informiert sind. Unterstützen die Mitglieder des Freundeskreises die Bibliothek aktiv durch ehrenamtliche Arbeit, sollten deren Aufgaben klar von denen der fest angestellten Kräfte abgegrenzt werden. Außerdem sollten die Freunde am Anfang ihrer Arbeit professionell angeleitet werden. Innerhalb des Freundeskreises sollten die Aufgaben entsprechend den verschiedenen Persönlichkeiten und Kompetenzen der Mitglieder sinnvoll verteilt werden. Für eine effektive Unterstützung der Bibliothek ist es wichtig, dass die Aufgaben zuverlässig erledigt werden und sich alle Seiten aufeinander verlassen können.
 

7.1 Vor- und Nachteile für die Förderer

Natürlich gibt es auch Vor- und Nachteile für die Förderer. Ein positives Beispiel wäre, dass der Mitgliedsbeitrag und Spenden von der Steuer absetzbar sind. Als Vereinsmitglied könnte man an exklusiven Bibliotheksführungen, auch in nicht öffentlichen Bereichen teilnehmen. Man könnte Einladungen zu allen Veranstaltungen der Bibliothek, unter Umständen sogar kostenlos erhalten. Man bekäme einen Jahresbericht und Buchpräsentationen. Bibliotheken könnten Exkursionen in Städte mit anderen bedeutenden Bibliotheken organisieren und die Vereinsmitglieder würden eine Vergünstigung bei der Teilnahme bekommen. Außerdem könnten die Bibliotheksräume günstig anmieten. Nachteile kann man für den Förderer nicht wirklich finden, da die Mitglieder freiwillig in den Verein getreten sind, um die Bibliothek zu unterstützen.  

7.2 Vor- und Nachteile für die Bibliothek

Es gibt sehr viele Vorteile für die Bibliothek einen Förderverein zu haben, so fungieren sie zum Beispiel als Lobbygruppe, wenn Mittelkürzungen drohen. Sie erreichen zusätzliches Einkommen für die Bibliothek. Der Verein kann das Image der Einrichtung gegenüber der Öffentlichkeit stärken und gleichzeitig den Gemeinschaftssinn einer Gemeinde unterstützen, in dem er die Bürger zum sozialen Engagement anreizt. Die Förderer sind Multiplikatoren, die weitere Freunde und Benutzer anwerben. Sie können zusätzliche attraktive Dienstleistungen anbieten, die die Bibliothek mit dem eigenen Personal bzw. mit dem Etat nicht oder nicht mehr leisten kann. Der Freundeskreis kann auch neue Ideen einbringen. Es gibt leider auch Nachteile für eine Bibliothek, die bei der Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis auftreten können. Beispielsweise kostet so eine Vereinsarbeit, die Kommunikation mit den Vereinsmitgliedern und die Mitgliederwerbung Geld. Zusätzlich kommt die Verwaltungsarbeit für das Bibliothekspersonal hinzu. Außerdem fordern manche Förderer auch einen besonderen Service, das heißt für sie, dass sie besonders behandelt werden wollen. Eventuell können auch Probleme auftreten, wenn die jeweiligen Rollen und Funktionen nicht klar definiert sind oder wenn Grenzen überschritten werden. Die Mitarbeiter der Bibliothek könnten auch die Freiwilligen als "störend" empfinden. Die größte Gefahr besteht wohl darin, dass der Etat der Bibliothek sich um den Betrag der privaten Förderung reduzieren könnte.
 


8. Beispiele in Deutschland

8.1 Stadtbibliothek Hamm

Die Stadtbibliothek Hamm wird vom "Freundeskreis Stadtbücherei Hamm e.V." unterstützt. Der Verein wurde 1993 gegründet und hat heute 200 Mitglieder. Das vorrangige Ziel des Freundeskreises ist die Förderung der Bibliotheksarbeit in Hamm. Man kann die Bibliothek als förderndes Mitglied oder als Spender unterstützen. Der Jahresbeitrag für natürliche Mitglieder beträgt 15,- € und für juristische Personen 100,- €. Die Aktivitäten des Vereins für die Stadtbibliothek sind:

8.2 Bayerische Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek bekommt Unterstützung von dem Verein Förderer und Freunde der Bayerischen Staatsbibliothek e.V.. Die Ziele der Freunde sind die finanzielle Unterstützung der Bayerischen Staatsbibliothek beim Erwerb von herausragenden Stücken, bei der Erhaltung der durch Papierzerfall gefährdeten Bücher und bei öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten. Der Förderverein möchte die Existenz, das Angebot und die Sorgen der Bayerischen Staatsbibliothek im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit verankern. Außerdem fördert sie die internationale Zusammenarbeit und wirbt Spenden und Sachleistungen ein. Man kann die BSB als Mitglied, Förderer, Spender oder Buchpate unterstützen. Als Mitglied zahlt man einen Jahresbeitrag von 50,- € als natürliche Person, wenn man das 27. Lebensjahr noch nicht erreicht hat nur 25,- € und juristische Personen zahlen 250,- € im Jahr. Ein Förderer wird auch Vereinsmitglied, spendet aber zusätzlich einmal mindestens den fünffachen Jahresbeitrag und erklärt sich bereit, für mindestens zwei weitere Jahre oder laufend den dreifachen Jahresbeitrag zu zahlen. Als Buchpate finanziert man die Restauration eines erhaltungswürdigen Buches. Dieses Buch kann man selber auswählen und zum Dank erhält dieses ein spezielles Exlibris mit dem Namen des Paten Als Vereinsmitglied genießt man auch einige Vorteile:
Interessant ist es für die Mitglieder zu wissen, wo ihr Geld hin fließt bzw. wo es zum Einsatz kommt. So wurden die Einnahmen 2004 für diese Zwecke verwandt:

Ausstellungen EUR 16.050
Festakt und Ausstellung "Reichenauer Buchmalerei"    13.427
Honorare für Vorträge und Konzerte 1.900
Mittel-Osteuropa-Projekt 6.292
Förderung nationaler und internationaler Kontakte 8.199
Werkvertrag in der Abt. Karten und Bilder 3.500
Bestandsvermehrung 110
Bestandserhaltende Maßnahmen 180.259
Insgesamt EUR 229.737
 


9. Beispiele international

9.1 Großbritannien

In Großbritannien haben sich die meisten Freundeskreise aus Lobbygruppen entwickelt, die Bibliotheken vor Schließungen gerettet haben. Es handelt sich bei den Freunden eher um kleine Gruppen, welche die Bibliotheken mehr aktiv als finanziell unterstützen. Der London Borough of Sutton hat seit fünf Jahren Freundeskreise. Jede Bibliothek hat ihre eigenen Freunde, aber alle gehen ähnlichen Tätigkeiten nach: Fundraising-Veranstaltungen, Gartenpflege, Stellung und Pflege der Zimmerpflanzen in der Bibliothek und Organisation von Bücherverkäufen. Außerdem unterstützt der Freundeskreis die Bibliothek in Sachwerten, z.B. durch Regale. Trotz geringer Geldeinnahmen wird der Bibliothek geholfen, mit ihrem knappen Budget länger auszukommen. Alle Freundeskreise der einzelnen Bibliotheken treffen sich zweimal im Jahr zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch. In diesen Sitzungen haben die Mitglieder die Möglichkeit, zum Haushaltsplan der Bibliothek für das folgende Jahr Stellung zu nehmen. Die Freundeskreise werden vom Gemeinderat als aktive "Expertengruppen" anerkannt und regelmäßig zu Themen, die die Bibliothek betreffen, befragt. Durch die gute Zusammenarbeit ist es den Freundeskreisen schon gelungen, größere Etatkürzungen der Bibliotheken zu vermeiden.

9.2 USA

In den USA findet man zahlreiche Beispiele für gut organisierte Freundeskreise. Diese haben sich auch meistens aus Interessengruppen entwickelt, die gelegentlich Bücherverkäufe organisierten o.ä. Anders als z.B. in England handelt es sich meistens um große Gruppen, die die Bibliothek finanziell massiv unterstützen. In der Erfindung neuer Einnahmequellen für die Bibliothek sind viele amerikanische Freundeskreise vorbildlich und einzigartig. Einige Beispiele für Fundraising- Aktivitäten sind: der Betrieb von Buchläden (mit ausgesonderten Büchern), Buch-Stiftungsprogramme, Beteiligung der Bibliothek an verkauften Schokoriegeln eines Supermarkts und Einzelunterricht für Kinder und Erwachsene zur Verbesserung der Lesefähigkeit. Die am professionellsten organisierte Gruppe von Bibliotheksfreunden sind wahrscheinlich die "Friends of the New York Public Library" . Dieser Förderverein ist ein gut organisiertes Wirtschaftsunternehmen mit bezahlten Mitarbeitern. Einzelpersonen und Firmen, die die Bibliothek fördern wollen, werden verschiedene Abonnementsmöglichkeiten angeboten. Die "Friends of the New York Public Library" unterscheiden das "Friends Program" (25 - 500 Dollar) und das "Conservators Program" (1250 - 10000 Dollar). Allen Mitgliedern werden zahlreiche, gestaffelte Vergünstigungen und Vorteile angeboten.
FOLUSA ist ein Dachverband für Freundeskreise in den USA und wurde schon 1979 gegründet. Heute hat er mehr als 2000 Mitglieder. FOLUSA motiviert und unterstützt einerseits die bereits bestehenden Freundeskreise und hilft andererseits bei der Neugründung von Fördervereinen. Die Arbeit wird von zahlreichen Sponsoren, wie z.B. LexisNexis und Dynix, unterstützt. Neben der Homepage - auf der auch ein Chat angeboten wird - wird FOLUSA NEWS Update herausgegeben, eine vierteljährlich erscheinende Publikation mit Berichten über aktive Freundeskreise im ganzen Land.FOLUSA verleiht jährlich verschiedene Awards an Freundesvereine für das kreativste Logo / besten Slogan und für herausragende, abgeschlossene Projekte. Die Awards sind mit je 2000 Dollar dotiert. Das Preisgeld fließt wieder der vom Freundeskreis unterstützten Bibliothek zu.


10. Fazit

Art und Umfang der Unterstützung für die jeweilige Bibliothek ist von Freundeskreis zu Freundeskreis sehr unterschiedlich. Entscheidend ist, dass Freundeskreise Bibliotheken durch ihre ideelle, finanzielle und aktive Unterstützung zusätzliche Dienstleistungen und Angebote ermöglichen, die ohne diese wegfallen würden. Freundes- und Förderkreise übernehmen nicht die finanzielle Verantwortung der Kommune, sie sind nicht für die Grundausstattung, den Etat oder das Tagesgeschäft der Bibliothek zuständig. Sie fungieren als Mittler zwischen Bibliothek und Verwaltung auf der einen und Bibliothek und Öffentlichkeit auf der anderen Seite. Freundeskreise betonen, dass der Betrieb einer gut funktionierenden Bibliothek für die Kommune lebensnotwendig ist. Wenn man die Bibliothek mit einem langsam sinkenden Schiff vergleicht, kann ein Freundeskreis sowohl ein "Hilfsmotor" sein, der die Leistungen der Bibliothek verbessert, als auch ein "Rettungsanker", der die Bibliothek vor dem Untergang bewahrt.


Quellen: Links | Literatur Punkt Freundes- und Förderkreise
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